Allgemeines:
"Physische Eignungsfeststellung für die Berufsfeuerwehr in Deutschland"
Physische Eignungsprüfung für die Berufsfeuerwehr – kurz erklärt:
2010 hat die Deutsche Sporthochschule Köln im Auftrag des Deutschen Städtetags und der Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes ein modernes Testverfahren für Feuerwehranwärter*innen entwickelt. Ziel: Ein geschlechtsneutrales, berufsbezogenes Fitness-Assessment, das Kraft, Ausdauer und Koordination prüft. Dabei gibt es neun Pflichtaufgaben und sechs optionale Tests, die flexibel angepasst werden können.
Die Entwicklung basierte auf einer umfassenden Analyse von nationalen und internationalen Feuerwehr-Tests, Experteninterviews und Hospitationen im Feuerwehralltag. Auch Feedback aus 102 deutschen Berufsfeuerwehren floss ein – von Verbesserungswünschen bis zu Kritikpunkten. Ergebnis: Der Test ist praxisnah, einfach durchzuführen und erfordert keine aufwendigen Ressourcen.
2014 folgte ein Update: Die Teststruktur wurde optimiert, eine flexible Durchführung ermöglicht, und es gibt klare Empfehlungen für Organisation und Bewertung. Alles bleibt fair, effizient und gut durchdacht – so wird die Nachwuchsgewinnung unterstützt und die Testgüte sichergestellt.
Ist der Test bei jeder Feuerwehr gleich?
Keine Berufsfeuerwehr ist verpflichtet, sich an das Testhandbuch und die Empfehlungen der deutschen Sporthochschule Köln zu halten. Im Rahmen der kommunalen Selbstverwaltung ist auch der Einstellungstest Sache der jeweiligen Gemeinde. Aus verschiedenen Gründen wird der Test mit den hier beschriebenen Übungen und ähnlichem Ablauf bei den meisten Berufsfeuerwehren oder hauptamtlichen Feuerwehren durchgeführt. Dabei kann es zu einer unterschiedlichen Zusammensetzung der Übungen kommen. Vor allem die Anzahl der optionalen Übungen und die Reihenfolge können sich unterscheiden. Meistens ist auf den Internetseiten der Feuerwehren ihr Test recht gut beschrieben. Es gibt allerdings auch Feuerwehren -wie die Berufsfeuerwehr Frankfurt a.M. - welche einen selbst entwickelten Test durchführen, der sich nur in einigen Punkten mit dem Test des KGST überschneiden.
Die Übungen
9 obligatorische Übungen
1. Balancieren (Schwebebalken)
6. CKCU - Test
7. Kasten - Bumerang Test
8. Personenrettung
9. 3000m Lauf
6 optionale Übungen
1. Handkraft
2. 400m - Lauf
3. 15m Streckentauchen
4. 200m Schwimmen
5. Drehleitersteigen
6. Atemschutzparcours
BALANCIEREN (SCHWEBEBALKEN)
Beim "Balancieren" soll die koordinative Fähigkeit und die dynamische Rumpfstabilisation überprüft werden. Bei der Übung musst du auf einem Schwebebalken (10cm breit, 5m lang) balancieren. Dabei musst du einen 5kg schweren Sandsack aufnehmen und ein Hindernis (Medizinball) übersteigen. Die Strecke musst du 4 mal innerhalb von 50 Sekunden zurücklegen. Du startest beim Aufstieg und läufst einmal über den Balken, nimmst auf der Gegenseite den Sack auf (mit einer Hand) läufst zurück. Bei der Wende musst du die Last in die andere Hand geben und transportierst sie zurück. Mit leeren Händen geht es nun zurück zum Start, wo du zuletzt kontrolliert über den Kasten absteigen musst.

Liegestütze
Bei den Liegestützen soll die Kraftausdauer von Brust, Schulter und Trizeps sowie die Rumpfstabilität überprüft werden. Du musst mindestens 12 Wiederholungen in einem vorgegebenem Tempo durchführen.
Ausgangsposition: Liegestützposition mit gestreckten Armen und geschlossenen Beinen.
Durchführung: 2 Sekunden abwärts, bis der Ellbogenwinkel 90 Grad beträgt. 2 Sekunden aufwärts, bis die Arme wieder voll gestreckt sind. Die Ausführung erfolgt auf Kommando. Ein Hohlkreuz ist zu vermeiden.
Wechselsprünge
Die "Wechselsprünge" sollen die koordinativen Fähigkeiten sowie die Schnellkraftausdauer unter Zeitdruck prüfen. Du musst mit beiden Beinen gleichzeitig so schnell wie möglich seitlich über eine 33cm hohe Stange innerhalb von 30 Sekunden mindestens 42-mal seitlich hin und her springen. Die Stange darf nicht gerissen werden.
Beugehang
Der "Beugehang" soll die Kraftausdauer der Rücken-, Armbeuger-, und Handmuskulatur feststellen. Bei dieser Übung musst du im schulterbreiten Kammgriff einen Klimmzug mindestens 45 Sekunden halten, ohne dass dein Kinn die Stange berührt.
Seitlicher Medizinballwurf
Der "seitliche Medizinballwurf" soll die Schnellkraft und die Koordination der Muskelkette von den Beinen bis in die Arme testen. Hier musst du mit jeder Seite einen 4kg schweren Medizinball mindestens 7,5m weit werfen. Dabei muss die Bewegung aus einer leichten eingedrehten Hocke mit einer Beinstreckung starten und über eine Rumpfrotation mit einer Wurfbewegung mit beiden Händen enden. Während der Testaufgabe darf die Abwurflinie nicht übertreten werden.